Willkommen!

Allgemein

Ich freue mich, dass Du Dich auf meinem Urban Sketching Blog umsiehst.

Meine Beiträge erzählen von alltäglichen, aber dennoch besonderen Begegnungen und Erlebnissen in der Stadt Esch und Luxemburg.

Alle Zeichnungen, die Du hier siehst, habe ich vor Ort, drinnen oder draußen, nach direkter Beobachtung, gezeichnet.  Ich verwende keine Fotos oder Korrektursoftware. Und meist muss es sehr schnell gehen, denn meine „Objekte“ bewegen sich oder gehen einfach weg…

Damit halte ich mich übrigens an die Regeln der weltweit aktiven Urban Sketcher Bewegung.

Viel Spass beim Stöbern!

Und hier geht’s auf meine Webseite mit Porträts und Illustrationen in Aquarell und Tusche… Schaut mal vorbei!

Ein Bilderbuch aus dem Luxemburger Wald

Geschichten aus dem Atelier

Gestern und vorgestern und den Tag davor war ich wieder in meinem liebsten Naturschutzgebiet im Süden Luxemburgs, 5 Minuten mit dem Auto von zu Hause entfernt. Stellt Euch ein altes Eisenerz-Tagebaugebiet vor, das 1980 endgültig aufgelassen wurde. Richtige Canyons haben damals die schweren Maschinen in den sogenannten Lallenger Berg gegraben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie verwüstet die Natur damals war. Die Wälder rundherum wurden abgeholzt, um die Holzkohle für die Verhüttung zu gewinnen, und der Himmel war voller Rauch. Wie in Mordor bei „Herr der Ringe“, wo die Orks hausen.

Wenn ich heute hier spazieren gehe, weiß ich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll, so fantastisch hat sich die Natur ihr Reich wieder zurückerobert. Diese weitläufigen Canyons sind nun eine zauberhafte verwunschene Welt, mit Birkenwäldern, Pappelbeständen, Buchen und Eichen, Schlehen- und Wildrosenhecken, wo sich Trockenrasen mit moosbewachsenen Felsbrocken abwechseln, und der Himmel darüber blau ist oder grau oder weiß, aber sicher nicht mehr rauchverhangen.

Der Herbst und Winter sind mir fast am liebsten, denn da sehe ich die Wuchsformen viel deutlicher. Jetzt kann ich hier richtig aus dem Vollen schöpfen und Inspirierendes für meine Illustrationen sehen, seien es zarte Birkenstämme oder zerbröckelnde Felsen, knallgrünes Moos oder knorrige Hecken.

Und so freue ich mich auf ein Neues Jahr in dieser wunderbaren, überraschenden Gegend, die sich mir immer mehr erschließt, und ohne die ich nie, niemals die Idee zu meinem Bilderbuch gehabt hätte.

weihnachtskarte-2016

Ja, es sieht so aus, als würde dieses kommende Jahr auch für mein Bilderbuch ein gutes werden: Denn letzte Woche habe ich den Vertrag beim Verlag Editions Guy Binsfeld unterschrieben, der es im Herbst 2017 herausbringen möchte!

Es wird in jedem Fall spannend, und ich halte Euch auf dem Laufenden. Jetzt allerdings wünsche ich Euch ein gutes, überraschendes, erfolgreiches Neues Jahr. Und vielen herzlichen Dank für Euer Interesse an meinen kleinen Geschichten aus Luxemburg!

Eure Olga

Als in Tübingen noch Sommer war…

Geschichten aus dem Atelier

… und draußen die Sonne wirklich alles gab, saßen wir in einem schön kühlen Atelier in Tübingen:  neun Menschen, die sich an diesem warmen Wochenende im September mit Illustration beschäftigen wollten. Gut, dass eine von uns die Sache äußerst geschickt und geplant anging: Sanne Dufft, die ihr wunderhübsches Atelier zur Verfügung gestellt und das sogenannte Retreat für den internationalen Verband der Kinderbuchautoren und -illustratoren SCBWI Germany/Austria organisiert hatte.

Sehr gut auch, dass einer von uns der international bekannte und erfolgreiche Hamburger Illustrator Jonas Lauströer war, der eigens mit der Bahn aus Hamburg angereist war, um uns in neue illustrative Höhen zu führen.

Von kreativen Aufwärmübungen hin zu intensiven Arbeitsphasen führte uns der Workshop ab Freitag Abend bis Sonntag Mittag, gepusht durch Kaffee und frisch gepressten Apfelsaft aus Sannes eigenem Streuobstgarten, abgerundet durch abendliche Spaziergänge durchs alte Tübingen und tiefsinnige Gespräche unter Kollegen. Hach, es war einfach herrlich!

Allerdings hatte ich am Samstag nachmittag dann einen kleinen Durchhänger – mir fiel einfach nix mehr ein! – aber drei meiner lieben Kolleginnen zu zeichnen schaffte ich doch noch:

julia-walthermonika-baum

 

sanne-dufft

Danke nochmals an Sanne Dufft, Monika Baum, Julia WaltherAna Martin Larranaga, Twyla Dawn Weixl, Gulten Kavurmacioglu, Dietmar Derrez und natürlich an Jonas Lauströer für das einmalige Wochenende!

Der schönste Urlaub am Bauernhof

Urlaub in Tirol

Heute früh wurde ich um 4.45 schlagartig hellwach, obwohl kein Wecker geklingelt hat.

Sicher ist das eine Folgeerscheinung der vergangenen Campingwoche in Tirol, als ich mit meinen beiden Töchtern eine fantastische Woche im EVO-Camp  am wunderbaren Demeter Bauernhof Seltsamhof erlebte.

Wir durften nämlich mit rund 20 Kindern und drei supernetten EVO-Erziehern  auf dem Gelände des Bauernhofes zelten, und das brachte einiges an erstaunlichen Hör-Eindrücken: wie z.B. nächtliches Kuhglockengebimmel (Kühe fressen die ganze Nacht!) und mehrstimmige Kikeriki-Konzerte  ab 4 Uhr morgens.

Besonders aber mochte ich die patrouillierenden Gänse, die direkt neben unserem Zelt ihre Teambesprechungen abhielten.

Evo-Camp

Nahrung für Leib und Seele waren die dreimal täglich zubereiteten Köstlichkeiten meiner Schwester Katharina, gezaubert mit den frischen Produkten aus dem demeter Hofladen.

Eigentlich war ich aber nicht zum Urlauben dort: denn die Kinder, die in dieser ersten Woche das EVO-Camp besuchten, durften neben Spaß und Bewegung in der Natur sowie viel direktem Kontakt mit den Bauernhof-Tieren auch das eine oder andere kreative Programm absolvieren – darunter meinen Mini-Workshop „Nach der Natur zeichnen“.

Klar, dass ich selber auch jeden Tag mit dem Zeichenblock ausrückte – ja, sogar auf dem Bauch im Heu robbte, um die Stallhenne Hermine am Schoß meines Neffen Erik besser zeichnen zu können.

Hermine

Leider hat einer der heftigen Regengüsse der vergangenen Woche auch meine Tasche mit den Skizzenblocks durchnässt, und so bleiben nur diese Fotos der Zeichnungen als Erinnerung – aber die möchte ich gerne mit euch teilen.

Euch allen noch erholsame Ferien – oder schöne Sommertage – und bis bald!

Oli im Stall

Der beste Stadtpark

Living in Esch

Heute möchte ich Euch von einem der wichtigsten Orte hier in Esch/Alzette erzählen: dem Parc Laval. Es ist nicht der größte Park der Stadt, auch nicht der mit den meisten Spielgeräten, es ist nicht der ruhigste Park und auch nicht der grünste – in diesen Kategorien wird er bei weitem vom Escher „Gaalgebierg“ geschlagen – aber bei vielen Kindern und Eltern ist er sicher der beliebteste.

Zum einen ist der Parc Laval sehr zentral gelegen und schnell zu Fuß erreichbar – auch mit Kleinkindern, die alle fünf Meter stehen bleiben, um ein faszinierendes Etwas im Straßengraben  zu betrachten, oder die auf dem Heimweg so müde sind, dass man sie nur mit vielen psychologischen Tricks zum Weitergehen bringt.

Andererseits hat der Park neben seinem sauberen Sandplatz und gepflegten Spielgeräten noch ein besonders wichtiges „Zuckerl“ zu bieten: das Restaurant-Café „Club 5“ direkt am Spielplatz, mit einer gemütlichen Terrasse und absolut kinder- und elternfreundlichen Kellnern.

Wenn ein Kind im Park Pipi muss, ist das hier gar kein Problem: selbst mit zwei Kilo Sand an den Füßen dürfen die Kleinen durch das gerade frisch gewischte Restaurant aufs Klo gehen, wobei Entschuldigungen von Seiten der Eltern im Stil von „Pardon, pardon, schon wieder so viel Sand an den Füßen…“ mit einem Lächeln und einer eleganten Handbewegung weggewischt werden.

Die Kombination von Kinderaufsicht und Genuss lässt sich für Eltern am besten folgendermaßen darstellen: An warmen Sommernachmittagen (zuletzt 2015) saßen manche Mütter mit Campari Orange aus dem Café am Sandkasten (die Terrasse war für manches Kleinkind doch zu weit entfernt) und lackierten sich die Zehennägel (ja, ich kenne die Betreffenden persönlich :-).

Wichtig sind noch zwei Gebäude: Die alte verwunschene Villa (das Wohnhaus des Herrn Laval) am Eingang des Parks, die eine Kita beherbergt, und direkt am Café-Restaurant das Städtische Schwimmbad. Die Badegäste im Freibecken dürfen so direkt in die alten Kastanien blicken, die ringsherum im Park stehen.

Ihr habt es erraten: es ist fast mein Lieblingsplatz in Esch, und ich bräuchte einen ganzen Skizzenblock, um Euch all seine Geheimnisse zu zeigen. Daher nur ein kleines Bild aus dem warmen Frühjahr, als die Kastanienbäume in voller Blüte standen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende – vielleicht in einem Stadtpark in Eurer Nähe!

Lavals PArk

Vaya con Benjito

Living in Esch

Letzten Sonntag war zwischen zwei Gewittern genug Zeit für einen Ausflug in das Naturschutzgebiet „Ellergronn“ in Esch, wo sich unter dem Motto „Een Dag an der Natur“ alles um Natur und Umweltthemen drehte.

Weil um 11 Uhr noch schön wenig los war, konnten wir in Ruhe einer Gruppe von vier Musikern zuhören. Die Band rund um Benjito (mit richtigem Namen Ben Krier) ist in Esch schon ziemlich bekannt. Vater Jerry ist vielen Eschern durch die legendäre Band djuju ein Begriff, wo er die Bassgitarre spielt. Für Benjito y su familia spielt er eigene Kompositionen und Cover Versions von bekannten Songs aus der Roma-Kultur auf der Sologitarre. Daneben singt Marianne Krier zusammen mit ihrem Sohn Ben. Ein Freund begleitete die Band auf der Cajon.

Die sprühende Musik und die leuchtenden Farben der schicken Senora Krier vor dem trüben Himmel waren genug Anreiz, um meinen Skizzenblock und den Aquarellkasten rauszuholen.

Benjito

Wieder mal versuchte ich, schneller als mein Schatten zu sein und die Musiker in Aktion aufs Papier zu bringen. Das war nicht einfach, weil die Musik so mitreissend war und ich eigentlich lieber dazu herumgehüpft wäre 😉

Nach wenigen Liedern war meine Zeit leider abgelaufen – und die vier Musiker kamen zu mir, um sich die Skizze anzusehen.

Ich glaube, die Bandmitglieder waren zufrieden, denn Senora Krier schenkte mir eine CD! Vielen Dank, muchas Gracias, Benjito y su familia!

Roma, ti amo!

Rom

Ja, ich war wirklich gerade in Rom! Um Pfingsten sind in Luxemburg immer Schulferien  und da hatte ich das große Glück, mit meinen drei großen Kindern einige Tage in Rom verbringen zu dürfen.

Meine gute Idee war: ich führe meine Kids zu einigen klassischen Sehenswürdigkeiten, die laufen dann ein paar Stunden alleine herum, und ich kann in der Zeit in Ruhe zeichnen. Meine Umhängetasche war mit allem gefüllt, was man so braucht: Skizzenblocks, schwarzer Fineliner, Wasser in Plastikflaschen, Reisepinsel und Aquarellfarben. Und ich freute mich auf intensive Mal- und Zeichenerlebnisse.

Nun gut. Wie gesagt, das war die Idee. In der Realität sah es dann so aus: Ich zeichnete, neben mir standen brav meine Kinder. Hinter mir standen Touristen, und vor mir auch.

Fontana di TreviSo wie hier, bei der frisch restaurierten, herrlichen, spätbarocken Fontana di Trevi. Es waren so viele Leute dort, dass ich beim Zeichnen die Ellenbogen anlegen musste. Neben mir standen leergegessene Eisbecher, in meinem Rücken spürte ich ab und zu mal einen Schuh, und oberhalb von mir wurden Selfie-Sticks hin und her geschwenkt.

Daher schaffte ich es nur, Oceanus und einen Seehengst zu skizzieren, bevor ich von der Menge weggespült wurde.

Kurz zusammengefasst: Zeichnen in Tourismushochburgen hat mit Entspannung so viel zu tun wie ein Waldspaziergang mit dem New York Marathon.

Aber fantastisch war es doch… Roma, ti amo!

 

 

 

 

 

Aperitivo Jazz alla Brasserie Neumünster

Visit Luxembourg

Wir haben es mal wieder geschafft! Nach mühevoller Anreise aus dem tiefen Süden Luxemburgs waren wir am Sonntag um 11 in der Brasserie Neumünster in Luxemburg-Grund und durften ein Apéro Jazz Konzert mit dem hier bestens bekannten Greg Lamy Quartet und dem italienischen Liedermacher Marco Massa miterleben.

Wie immer war es brechend voll, mit Leuten in jedem Alter (Baby bis Senior) und aus aller Herren Länder. Doch heute waren wir früh dran und fanden einen Platz an einem Tisch, was für mich besonders praktisch war, weil ich meinen Skizzenblock dabei hatte.

Was soll ich sagen –  es fiel mir schwer, mich aufs Zeichnen zu konzentrieren. Der Sound war einfach zu mitreißend, um cool zu bleiben. Daher gibt es heute nur eine Bleistiftskizze!

Begleitet von Greg Lamy und seiner Band sang special guest  „Cantautore“ Marco Massa eigene Lieder, darunter aus seinem neuen  Album „Sono cose delicate“, sowie Cover versions verschiedener Komponisten.

Greg Lamy 4tet

Es gelang Marco Massa und den Musikern um Greg Lamy – Johannes Muller am Saxophon, Gautier Laurent am Bass und Jean-Marc Robin am Schlagzeug – sogar, das Publikum zum Mitmachen zu bewegen – was auf Konzerten in Luxemburg nicht so einfach ist wie anderswo.

Als ich die Musiker um ein Autogramm bat, unterschrieben sie gleich in meiner Zeichnung.

Grazie Marco Massa e Greg Lamy Quartett – siete bravissimi!

RTL News aus dem Escher Tierpark

Visit Luxembourg

Vor einigen Tagen war ich wieder mal im Tierpark zum Zeichnen – ich brauchte Pferdeskizzen für meinen aktuellen Auftrag. Doch es waren nicht nur Pferde, sondern auch andere „hohe Tiere“ anwesend: denn ich kam genau zur feierlichen Eröffnung des neuen pädagogischen Bauernhofs. Ich schlich mich zu den Pferden, während es im Bauernhof  Schnittchen, Politikerreden und offizielles Band-Durchschneiden für Politiker und geladene Gäste gab.

Als ich da stand und zeichnete, tauchte plötzlich eine Fernsehkamera von RTL auf. Zunächst nahm der Kameramann nur die Huzulenponys und Koniki ins Visier, doch dann wurde er auf mich aufmerksam und da ich nicht abrücken wollte – die Skizze war ja noch gar nicht fertig – nahm er mich auch noch auf – von hinten, über die Schulter. Ziemlich unangenehmes Gefühl, muss ich sagen! Aber jetzt bin ich doch neugierig, was daraus geworden ist – heute um 19 Uhr gibt es auf RTL 2 in Luxemburg das „Magazin“, und vielleicht auch meine Skizze im Entstehen zu sehen.

Hier die fertige Zeichnung – sie dient als Vorlage für eine Postkarte.

Pferde

 

Dann schnapp ich mir mal die Fernbedienung – um 19 Uhr geht’s los…