Halloween? Nein, danke! In Esch feiern wir lieber Trauliicht…

Living in Esch

In den Tagen vor Allerheiligen stolpert man allerorten über orangerote Kürbisse und Gespensteraccessoires. Ich weiss ja aus eigener Erfahrung: Kinder lieben es, sich zu verkleiden, und leuchtende Herbst-Dekoration hellt die Stimmung auf. Aber muss es ein importierter Brauch sein? Muss ich wirklich giftig-hässliche Gummimasken und Synthetikkostüme kaufen, um meine Kinder glücklich zu machen?

In Esch durften einige Kinder mit ihren Familien vergangene Woche eine wunderbare Alternative entdecken. Im urban gardening Garten der Initiative Transition Minett und der Stadt Esch, bei uns einfach „Quartiersgaart“ genannt, organisierten Norry und Nathalie Schneider eine Trauliicht-Feier nach alter Luxemburger Tradition.

In alter Zeit wurden nämlich in den Dörfern der Ardennen um Allerheiligen Rüben ausgehöhlt, mit Kerzen zum Leuchten gebracht und an die Stalltüren gestellt, um Geister und bösartige Wesen fernzuhalten. Ein Umzug der Dorfjugend, um die Mädels zu erschrecken, gehörte ebenfalls zum Brauch des „Trauliicht-Brennens“.

So warteten auch auf uns in unserem Gemeinschaftsgarten leuchtend rote, lustig geformte Futterrüben zum Aushöhlen. Mit selbstgebastelten Kostümen und fantasievollen Masken verkleidet, liefen die Kinder bis zum Dunkelwerden im Garten herum, während auf dem Lagerfeuer zwei Kessel mit Kürbissuppe köchelten.

Am Quartiersgaart 2

Kürbissuppe am Lagerfeuer

Und als es dann dunkel war, sassen wir alle zusammen um das Feuer herum und lauschten dem Geschichtenerzähler, der eigens für diesen Anlass mit seiner kleinen Tochter zu uns gekommen war.

Mit seiner Trommel, seiner Flöte (nach prähistorischem Vorbild aus einem Schwanenflügelknochen geschnitzt) und seinem Bärlapp-Pulver für Funkeneffekte zauberte er uns in eine geheimnisvolle, archaische Zeit zurück.

Der Geschichtenerzähler

Der Geschichtenerzähler und seine Tochter

Wärme und Geborgenheit, Feuer und Essen, gemeinsames Singen und Lachen – ich denke, wir alle fühlten an diesem Nachmittag und Abend, wie sehr wir die Gemeinschaft mit anderen Menschen brauchen.

Zusammensein und Feiern ohne Konsumzwang, Stress und Reizüberflutung – wir dürfen uns glücklich schätzen, in Esch einen Ort zu haben, der uns dieses Erleben von Gemeinschaft ermöglicht.

Der Garten liegt am Bredewee (in der rue Large) vis-à-vis vom Parc Laval und ist jederzeit für alle zugänglich.

Kommt einfach vorbei, wenn ihr in Esch seid! 

Bis bald… 😉

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2 Gedanken zu “Halloween? Nein, danke! In Esch feiern wir lieber Trauliicht…

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