Roma, ti amo!

Ja, ich war wirklich gerade in Rom! Um Pfingsten sind in Luxemburg immer Schulferien  und da hatte ich das große Glück, mit meinen drei großen Kindern einige Tage in Rom verbringen zu dürfen.

Meine gute Idee war: ich führe meine Kids zu einigen klassischen Sehenswürdigkeiten, die laufen dann ein paar Stunden alleine herum, und ich kann in der Zeit in Ruhe zeichnen. Meine Umhängetasche war mit allem gefüllt, was man so braucht: Skizzenblocks, schwarzer Fineliner, Wasser in Plastikflaschen, Reisepinsel und Aquarellfarben. Und ich freute mich auf intensive Mal- und Zeichenerlebnisse.

Nun gut. Wie gesagt, das war die Idee. In der Realität sah es dann so aus: Ich zeichnete, neben mir standen brav meine Kinder. Hinter mir standen Touristen, und vor mir auch.

Fontana di TreviSo wie hier, bei der frisch restaurierten, herrlichen, spätbarocken Fontana di Trevi. Es waren so viele Leute dort, dass ich beim Zeichnen die Ellenbogen anlegen musste. Neben mir standen leergegessene Eisbecher, in meinem Rücken spürte ich ab und zu mal einen Schuh, und oberhalb von mir wurden Selfie-Sticks hin und her geschwenkt.

Daher schaffte ich es nur, Oceanus und einen Seehengst zu skizzieren, bevor ich von der Menge weggespült wurde.

Kurz zusammengefasst: Zeichnen in Tourismushochburgen hat mit Entspannung so viel zu tun wie ein Waldspaziergang mit dem New York Marathon.

Aber fantastisch war es doch… Roma, ti amo!

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu „Roma, ti amo!“

  1. Klingt authentisch nach Rom-Feeling. Ein Rom ohne Gedränge beim Trevi-Brunnen, wäre ja auch kein Rom. Ich habe dort meinen ersten (lauwarmen) Lambrusco getrunken. Natürlich stilecht aus der Flasche!

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  2. Rom ist solo schön und leider auch so voll wie du schreibst. Kann mir vorstellen, daß deine drei Schatzis dich von den Unmengen beschützen konnten. Das nächste mal vielleicht in Prag, Paris, Kopenhagen, Venedig und überall dort wo sich die Touristen herum drängen. Noch einen Einfall: Zeichnen zwischen 6 und 8 Uhr. Der Ausschnitt von der Fontane ist aber sehr dynamisch und halt schön.

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  3. Liebe Olga, das ist eine wunderschöne Aquarellskizze! Ich bin ganz verzaubert. Die Schatten sind wunderbar und das Bild ist so ruhig und kraftvoll, ganz anders von der Stimmung her als das, was Du erlebt hast. Aber das andere steckt für Dich in dem Bild mit drin, oder? Mir geht es auch immer so, dass die Umstände, unter denen Zeichnungen/Bilder entstanden sind, für immer in ihnen mit enthalten sind, auch wenn andere es nicht sehen können. – Den Tip, früh am Morgen zu malen, finde ich übrigens klasse 🙂 Liebe Grüße!

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  4. Danke Antje! Nun ja, ich habe irgendwie in Trance gezeichnet und das Gedrängel um mich herum ausgeblendet. Weil ich wusste, ich werde es nicht sehr lange aushalten können, habe ich nur das Allerwichtigste gezeichnet, und das waren die gewundenen Formen und die Farbe des Marmors in Sonne und Schatten. Zeichnen nach der Natur, vor allem bei so wunderbaren Kunstwerken, trägt ja schon das Scheitern in sich, wenn man es zu perfekt machen möchte. Deswegen sage ich mir: ich tu es nur für mich. Und manchmal mag ich das Resultat dann. Die anderen Versuche bleiben in meinem Skizzenblock… und es sind einige! 🙂

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