Ein Bilderbuch aus dem Luxemburger Wald

Gestern und vorgestern und den Tag davor war ich wieder in meinem liebsten Naturschutzgebiet im Süden Luxemburgs, 5 Minuten mit dem Auto von zu Hause entfernt. Stellt Euch ein altes Eisenerz-Tagebaugebiet vor, das 1980 endgültig aufgelassen wurde. Richtige Canyons haben damals die schweren Maschinen in den sogenannten Lallenger Berg gegraben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie verwüstet die Natur damals war. Die Wälder rundherum wurden abgeholzt, um die Holzkohle für die Verhüttung zu gewinnen, und der Himmel war voller Rauch. Wie in Mordor bei „Herr der Ringe“, wo die Orks hausen.

Wenn ich heute hier spazieren gehe, weiß ich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll, so fantastisch hat sich die Natur ihr Reich wieder zurückerobert. Diese weitläufigen Canyons sind nun eine zauberhafte verwunschene Welt, mit Birkenwäldern, Pappelbeständen, Buchen und Eichen, Schlehen- und Wildrosenhecken, wo sich Trockenrasen mit moosbewachsenen Felsbrocken abwechseln, und der Himmel darüber blau ist oder grau oder weiß, aber sicher nicht mehr rauchverhangen.

Der Herbst und Winter sind mir fast am liebsten, denn da sehe ich die Wuchsformen viel deutlicher. Jetzt kann ich hier richtig aus dem Vollen schöpfen und Inspirierendes für meine Illustrationen sehen, seien es zarte Birkenstämme oder zerbröckelnde Felsen, knallgrünes Moos oder knorrige Hecken.

Und so freue ich mich auf ein Neues Jahr in dieser wunderbaren, überraschenden Gegend, die sich mir immer mehr erschließt, und ohne die ich nie, niemals die Idee zu meinem Bilderbuch gehabt hätte.

weihnachtskarte-2016

Ja, es sieht so aus, als würde dieses kommende Jahr auch für mein Bilderbuch ein gutes werden: Denn letzte Woche habe ich den Vertrag beim Verlag Editions Guy Binsfeld unterschrieben, der es im Herbst 2017 herausbringen möchte!

Es wird in jedem Fall spannend, und ich halte Euch auf dem Laufenden. Jetzt allerdings wünsche ich Euch ein gutes, überraschendes, erfolgreiches Neues Jahr. Und vielen herzlichen Dank für Euer Interesse an meinen kleinen Geschichten aus Luxemburg!

Eure Olga

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Als in Tübingen noch Sommer war…

… und draußen die Sonne wirklich alles gab, saßen wir in einem schön kühlen Atelier in Tübingen:  neun Menschen, die sich an diesem warmen Wochenende im September mit Illustration beschäftigen wollten. Gut, dass eine von uns die Sache äußerst geschickt und geplant anging: Sanne Dufft, die ihr wunderhübsches Atelier zur Verfügung gestellt und das sogenannte Retreat für den internationalen Verband der Kinderbuchautoren und -illustratoren SCBWI Germany/Austria organisiert hatte.

Sehr gut auch, dass einer von uns der international bekannte und erfolgreiche Hamburger Illustrator Jonas Lauströer war, der eigens mit der Bahn aus Hamburg angereist war, um uns in neue illustrative Höhen zu führen.

Von kreativen Aufwärmübungen hin zu intensiven Arbeitsphasen führte uns der Workshop ab Freitag Abend bis Sonntag Mittag, gepusht durch Kaffee und frisch gepressten Apfelsaft aus Sannes eigenem Streuobstgarten, abgerundet durch abendliche Spaziergänge durchs alte Tübingen und tiefsinnige Gespräche unter Kollegen. Hach, es war einfach herrlich!

Allerdings hatte ich am Samstag nachmittag dann einen kleinen Durchhänger – mir fiel einfach nix mehr ein! – aber drei meiner lieben Kolleginnen zu zeichnen schaffte ich doch noch:

julia-walthermonika-baum

 

sanne-dufft

Danke nochmals an Sanne Dufft, Monika Baum, Julia WaltherAna Martin Larranaga, Twyla Dawn Weixl, Gulten Kavurmacioglu, Dietmar Derrez und natürlich an Jonas Lauströer für das einmalige Wochenende!

Babys und ihre Körpersprache

Heute dachte ich darüber nach, was mich eigentlich so an Kindern fasziniert, dass ich sie immerzu zeichnen will.

Um es kurz zu machen, es geht mir nicht um den niedlichen Ausdruck und die putzige Wirkung. Was mich so anzieht, ist die völlige Ehrlichkeit in ihrem Ausdruck. In ihren Augen, ihrem Gesicht, ihrer Körperhaltung, ihrer Gestik.

Bis zu einem bestimmten Alter können Kinder sich nicht verstellen.

Wenn ich also ein Kind zeichne, das völlig versunken ist in seinem Spiel (eigentlich ja seiner „Arbeit“), weiss ich, es ist vollständig anwesend und hingegeben.

Das ist es wahrscheinlich, was mich so anzieht: Die Energie dieser Kinder, die ich intensiv spüre, wenn ich sie zeichne.

Zu diesem Thema möchte ich euch etwas zeigen, das ich vor einigen Jahren für die Neuausgabe des Stillhandbuchs der „Initiativ Liewensufank“ gezeichnet habe, zu einem Artikel zum Thema „Richtiges Anlegen beim Stillen“.

Diesmal hatte ich allerdings eine Fotografie als Vorlage.

Seht euch mal die Augen von dem Baby an: es redet mit der Brust!

Ich finde sogar, die beiden ähneln sich 😉

Version 5Version 4Version 3Stillkalender PDF1

Was meint ihr? Hat jemand Erfahrung mit solchen Momenten? Die Mütter unter Euch? Die Papas?

Ich würde mich über einen Kommentar sehr freuen!