Hurra, in Esch gibt’s jetzt einen Waldkindergarten!

Für alle, die gute Nachrichten so lieben wie ich: Die Waldpädagogik ist weiterhin im Trend und bringt immer mehr Kinder in direkten Kontakt zur Natur.

Ein Beispiel aus Luxemburg: In meiner Stadt Esch/Alzette haben einige Kindergartenkinder der Escher Brillschule seit diesem Herbst die Möglichkeit, jeden Tag in den Wald zu gehen, wo sie von eigens in Waldpädagogik ausgebildeten und höchst engagierten Lehrern betreut werden. Ich bin so froh für diese Kinder, denn meine Marie hatte die Möglichkeit auch, als sie zwei Jahre alt war und die Waldkrippe, die „Bëschcrèche„, auf dem Escher Gaalgebierg besuchte.

Passend dazu seht ihr eine Illustration, die ich heute  in Zusammenarbeit mit der Agentur Marschall für einen Tiroler Waldkindergarten erstellt habe. Auch dieser wurde diesen September eröffnet.

Ich gratuliere beiden Initiativen zum Mut und zum Engagement und wünsche viel, viel Erfolg!

Advertisements

Der beste Stadtpark

Heute möchte ich Euch von einem der wichtigsten Orte hier in Esch/Alzette erzählen: dem Parc Laval. Es ist nicht der größte Park der Stadt, auch nicht der mit den meisten Spielgeräten, es ist nicht der ruhigste Park und auch nicht der grünste – in diesen Kategorien wird er bei weitem vom Escher „Gaalgebierg“ geschlagen – aber bei vielen Kindern und Eltern ist er sicher der beliebteste.

Zum einen ist der Parc Laval sehr zentral gelegen und schnell zu Fuß erreichbar – auch mit Kleinkindern, die alle fünf Meter stehen bleiben, um ein faszinierendes Etwas im Straßengraben  zu betrachten, oder die auf dem Heimweg so müde sind, dass man sie nur mit vielen psychologischen Tricks zum Weitergehen bringt.

Andererseits hat der Park neben seinem sauberen Sandplatz und gepflegten Spielgeräten noch ein besonders wichtiges „Zuckerl“ zu bieten: das Restaurant-Café „Club 5“ direkt am Spielplatz, mit einer gemütlichen Terrasse und absolut kinder- und elternfreundlichen Kellnern.

Wenn ein Kind im Park Pipi muss, ist das hier gar kein Problem: selbst mit zwei Kilo Sand an den Füßen dürfen die Kleinen durch das gerade frisch gewischte Restaurant aufs Klo gehen, wobei Entschuldigungen von Seiten der Eltern im Stil von „Pardon, pardon, schon wieder so viel Sand an den Füßen…“ mit einem Lächeln und einer eleganten Handbewegung weggewischt werden.

Die Kombination von Kinderaufsicht und Genuss lässt sich für Eltern am besten folgendermaßen darstellen: An warmen Sommernachmittagen (zuletzt 2015) saßen manche Mütter mit Campari Orange aus dem Café am Sandkasten (die Terrasse war für manches Kleinkind doch zu weit entfernt) und lackierten sich die Zehennägel (ja, ich kenne die Betreffenden persönlich :-).

Wichtig sind noch zwei Gebäude: Die alte verwunschene Villa (das Wohnhaus des Herrn Laval) am Eingang des Parks, die eine Kita beherbergt, und direkt am Café-Restaurant das Städtische Schwimmbad. Die Badegäste im Freibecken dürfen so direkt in die alten Kastanien blicken, die ringsherum im Park stehen.

Ihr habt es erraten: es ist fast mein Lieblingsplatz in Esch, und ich bräuchte einen ganzen Skizzenblock, um Euch all seine Geheimnisse zu zeigen. Daher nur ein kleines Bild aus dem warmen Frühjahr, als die Kastanienbäume in voller Blüte standen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende – vielleicht in einem Stadtpark in Eurer Nähe!

Lavals PArk

Vaya con Benjito

Letzten Sonntag war zwischen zwei Gewittern genug Zeit für einen Ausflug in das Naturschutzgebiet „Ellergronn“ in Esch, wo sich unter dem Motto „Een Dag an der Natur“ alles um Natur und Umweltthemen drehte.

Weil um 11 Uhr noch schön wenig los war, konnten wir in Ruhe einer Gruppe von vier Musikern zuhören. Die Band rund um Benjito (mit richtigem Namen Ben Krier) ist in Esch schon ziemlich bekannt. Vater Jerry ist vielen Eschern durch die legendäre Band djuju ein Begriff, wo er die Bassgitarre spielt. Für Benjito y su familia spielt er eigene Kompositionen und Cover Versions von bekannten Songs aus der Roma-Kultur auf der Sologitarre. Daneben singt Marianne Krier zusammen mit ihrem Sohn Ben. Ein Freund begleitete die Band auf der Cajon.

Die sprühende Musik und die leuchtenden Farben der schicken Senora Krier vor dem trüben Himmel waren genug Anreiz, um meinen Skizzenblock und den Aquarellkasten rauszuholen.

Benjito

Wieder mal versuchte ich, schneller als mein Schatten zu sein und die Musiker in Aktion aufs Papier zu bringen. Das war nicht einfach, weil die Musik so mitreissend war und ich eigentlich lieber dazu herumgehüpft wäre 😉

Nach wenigen Liedern war meine Zeit leider abgelaufen – und die vier Musiker kamen zu mir, um sich die Skizze anzusehen.

Ich glaube, die Bandmitglieder waren zufrieden, denn Senora Krier schenkte mir eine CD! Vielen Dank, muchas Gracias, Benjito y su familia!

Meine liebste Schule in Esch

Hallo ihr Lieben! Habt Ihr schon gedacht, es wird nichts mehr mit Neuigkeiten aus der „Minettemetropole“ Esch-Alzette?

Keineswegs! Das erste Bild, das ich euch in diesem Neuen Jahr zeigen möchte, habe ich gerade frisch eingescannt. Ihr seht darauf meine Tochter Marie in ihrer Klasse im Kindergarten der Jean-Jaurès-Ganztagsschule in unserem Viertel.

Heute war nämlich wieder mal Besuchszeit für die Eltern, und so konnte ich neben Maries Pausenbrot auch meine Farben mit in die Schule bringen. Und dann nutzte ich die Gelegenheit, und zeichnete, auf einen Kinderstuhl gekrümmt, Marie, wie sie hingebungsvoll im Stehen malte.

 

Marie im Kiga

Es war ein besonderer Augenblick, denn überall sassen Mütter und ein Vater bei ihren Kindern und machten Puzzles, ordneten Bilder zu, spielten Domino. Um zehn Uhr gab es sogar noch Kaffee und Kuchen, bevor die Kinder zur Pause in den Schulhof liefen.

Doch nicht nur dieser eine Vormittag war schön, die Schule insgesamt ist etwas ganz Besonderes. Vor 10 Jahren war sie noch ein wagemutiges Projekt, das von der damaligen Unterrichtsministerin Mady Delvaux vehement unterstützt wurde. Einige sehr engagierte Lehrer hatten damals die Idee, einen Ort zu schaffen, der Schule und nachschulische Betreuung in einem Haus bieten sollte – etwas, was in Luxemburg eher die Ausnahme ist.

Die Vorzüge dieser Schule sind vielfältig. Hier sei nur so viel gesagt: Eltern und Kinder lieben sie, weil miteinander Leben und Lernen hier tagtäglich auf wunderbare Weise gelingt.

Danke aus ganzem Herzen all den Erziehern und Lehrern, dem Koch und dem Hausmeister und allen anderen, die diesen Ort so liebenswert machen!

Endlich! Heute ist wieder Frisörmontag

Ich liebe es, nach einem stressigen Wochenende plus feiertäglicher Kochattacke am Montag zum Frisör zu gehen! Viele Läden habe an diesem Tag ja geschlossen, doch bei „Les filles“ in Esch/Alzette kann ich auch an diesem Tag die Beine hochlegen, während an mir mir wahre Wunder vollbracht werden.

Ich kenne die Geschäftsführerin Amelie Bravo schon seit Jahren und fand es super, dass sie es dieses Jahr geschafft hat, ihren eigenen Salon zu eröffnen und damit ihren Traum wahr zu machen.

Während die Chemie auf meinem Kopf ihre Wirkung tat, wartete hinter mir ein junger Vater mit Baby, das in seinem Buggy selig schlummerte, gänzlich unbeeindruckt von brummenden Föns und dem Radio, das die französische Hitparade spielte.

Der schicke Papa blätterte so konzentriert in der neuesten Gala, dass ich ihn im Spiegel beobachten und ganz schnell zeichnen konnte.

Nachher kam er sein Porträt begutachten und meinte, ich dürfe es in meinem Blog veröffentlichen: Voilà, c’est chose faite! Merci!

LES FILLES 3
Jeune papa avec son bébé chez „Les Filles“ à Esch-sur-Alzette

„Les Filles“, Salon de coiffure mixte, ist in der rue Dicks 8 gleich neben der Synagoge und von Montag bis Freitag von 9h bis 18h und am Samstag von 8h bis 17h geöffnet.

Danke für die Nominierung zum „Liebster-Award“!

liebsterblogaward

Heute darf ich euch etwas in eigener Sache berichten: Gerade wurde ich von meiner neuen Followerin Paeonia70 zum Liebster-Award nominiert! Vielen Dank! Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr!

Bei Paeonia70 kann man unter freitagistbacken leckere saisonale Rezeptideen finden. Das neueste Rezept für den Apfelstreuselkuchen probiere ich auch bald aus 🙂

Folgende Fragen hat mir Paeonia70 gestellt:

Wie bist du auf das Thema deines Blogs gekommen?

Mein liebstes Thema sind meine Mitmenschen und mein Alltag. Für meinen Blog wollte ich aber besonders die Stadt, in der ich lebe, in einem positiven Licht zeigen. Esch/Alzette in Luxemburg hatte nämlich lange Zeit keinen besonders guten Ruf, und das finde ich schade und ungerecht, da ich hier seit 25 Jahren meist sehr gerne lebe und viele wunderbare Menschen kennengelernt habe.

Da die Zeichnungen in meinen vielen Skizzenblocks aber ungesehen bleiben, da man sie schlecht ausschneiden und aufhängen kann, kam mir die Idee mit dem virtuellen Sketchbook.

Wie bist du auf den Namen für deinen Blog gekommen?

Naja, ich mag es am liebsten einfach. Da weiss jeder, was ihn erwartet!

Wann und wo bloggst du am liebsten, z.B. im Bett oder am Schreibtisch, im Café oder wo sonst?

Ich zeichne immer draussen, life vor Ort. Aber nicht jede Zeichnung passt zu meinem Thema oder gefällt mir gut genug, um sie zu zeigen. Wenn ich eine gute und stimmungsvolle Zeichnung gemacht habe und dann zu Hause bin, scanne ich die Zeichnung in den Laserdrucker und exportiere sie in meinen Mac. Dann schreibe ich passend zum Bild den Text, der am besten meine Stimmung und Gedanken wiedergibt. Am Freitag ist meist der Tag, wo ich am ehesten Zeit habe, zu bloggen.

Was war auf dem Weg zum Blog oder beim Bloggen selbst deine bisher größte Herausforderung?

Nicht genug Zeit zu haben, um mehr zu posten. Ich habe so viele Ideen, die ich noch umsetzen möchte… Aber meist schaffe ich nur einen Beitrag pro Woche. Und die Regeln der Urban Sketchers einzuhalten: die Zeichnung so zu akzeptieren, wie sie ist, und nicht zu versuchen, perfekt zu sein. Andererseits macht das für mich den Reiz aus: dass es keine Gemälde sind, sondern eben Skizzen, die ich zeige.

Welche Beziehung hast du zu Halloween, was unternimmst du in dem Zusammenhang mit diesem Brauch?

Dazu könnt ihr meinen letzten Beitrag lesen! 😉

Was ist dir wichtig in Zusammenhang mit den Bildern deines Blogs, worauf achtest du besonders?

Ich gehöre zur Gruppe der Urban Sketchers, das heisst, ich zeichne immer life und nicht nach Fotos, und ich verändere nichts im Nachhinein an meinen Zeichnungen. Nur manchmal muss ich den Kontrast erhöhen, weil die Bleistiftlinien beim Scannen an Kontrast verlieren und die Zeichnung etwas technische Hilfe braucht, um auf dem Bildschirm oder Handy auch gut rüberzukommen.

Wohin würdest du gerne mal verreisen?

Irgendwo nach Asien, wo ich noch nie war. Und nach Südafrika. Aber eigentlich gefällt es mir auch hier sehr gut. Luxemburg ist ja nicht mein Heimatland, daher habe ich hier noch viel zu entdecken!

Und was muss unbedingt auf deine Reise mit?

Skizzenblocks und Bleistifte, Federn und Tuschestifte, ein befüllbarer Aquarellpinsel, ein Aquarellfarbkasten für unterwegs und ein faltbarer Hocker. Dann kann ich loslegen!

Und nun nominiere ich meinerseits folgende drei kreative Bloggerinnen für den Liebster-Award:

Antje Bednarek-Gilland

Carmen Roetsch

Tiroler Madl

Wenn Ihr die Nominierung annehmen wollt, was ich sehr hoffe, beantwortet bitte auch folgende Fragen in einem Posting:

Wie war Euer Weg zu Eurer kreativen Tätigkeit bisher?

Was liebt Ihr an Eurer kreativen Tätigkeit am meisten?

Wie bringt Ihr Euch in kreative Stimmung?

Wo und wie lernt Ihr Neues dazu für Eure kreative Tätigkeit?

Was sind Eure kreativen Ziele für die nächsten drei Jahre?

Danke und liebe Grüsse aus Luxemburg!

Halloween? Nein, danke! In Esch feiern wir lieber Trauliicht…

In den Tagen vor Allerheiligen stolpert man allerorten über orangerote Kürbisse und Gespensteraccessoires. Ich weiss ja aus eigener Erfahrung: Kinder lieben es, sich zu verkleiden, und leuchtende Herbst-Dekoration hellt die Stimmung auf. Aber muss es ein importierter Brauch sein? Muss ich wirklich giftig-hässliche Gummimasken und Synthetikkostüme kaufen, um meine Kinder glücklich zu machen?

In Esch durften einige Kinder mit ihren Familien vergangene Woche eine wunderbare Alternative entdecken. Im urban gardening Garten der Initiative Transition Minett und der Stadt Esch, bei uns einfach „Quartiersgaart“ genannt, organisierten Norry und Nathalie Schneider eine Trauliicht-Feier nach alter Luxemburger Tradition.

In alter Zeit wurden nämlich in den Dörfern der Ardennen um Allerheiligen Rüben ausgehöhlt, mit Kerzen zum Leuchten gebracht und an die Stalltüren gestellt, um Geister und bösartige Wesen fernzuhalten. Ein Umzug der Dorfjugend, um die Mädels zu erschrecken, gehörte ebenfalls zum Brauch des „Trauliicht-Brennens“.

So warteten auch auf uns in unserem Gemeinschaftsgarten leuchtend rote, lustig geformte Futterrüben zum Aushöhlen. Mit selbstgebastelten Kostümen und fantasievollen Masken verkleidet, liefen die Kinder bis zum Dunkelwerden im Garten herum, während auf dem Lagerfeuer zwei Kessel mit Kürbissuppe köchelten.

Am Quartiersgaart 2
Kürbissuppe am Lagerfeuer

Und als es dann dunkel war, sassen wir alle zusammen um das Feuer herum und lauschten dem Geschichtenerzähler, der eigens für diesen Anlass mit seiner kleinen Tochter zu uns gekommen war.

Mit seiner Trommel, seiner Flöte (nach prähistorischem Vorbild aus einem Schwanenflügelknochen geschnitzt) und seinem Bärlapp-Pulver für Funkeneffekte zauberte er uns in eine geheimnisvolle, archaische Zeit zurück.

Der Geschichtenerzähler
Der Geschichtenerzähler und seine Tochter

Wärme und Geborgenheit, Feuer und Essen, gemeinsames Singen und Lachen – ich denke, wir alle fühlten an diesem Nachmittag und Abend, wie sehr wir die Gemeinschaft mit anderen Menschen brauchen.

Zusammensein und Feiern ohne Konsumzwang, Stress und Reizüberflutung – wir dürfen uns glücklich schätzen, in Esch einen Ort zu haben, der uns dieses Erleben von Gemeinschaft ermöglicht.

Der Garten liegt am Bredewee (in der rue Large) vis-à-vis vom Parc Laval und ist jederzeit für alle zugänglich.

Kommt einfach vorbei, wenn ihr in Esch seid! 

Bis bald… 😉