Vaya con Benjito

Letzten Sonntag war zwischen zwei Gewittern genug Zeit für einen Ausflug in das Naturschutzgebiet „Ellergronn“ in Esch, wo sich unter dem Motto „Een Dag an der Natur“ alles um Natur und Umweltthemen drehte.

Weil um 11 Uhr noch schön wenig los war, konnten wir in Ruhe einer Gruppe von vier Musikern zuhören. Die Band rund um Benjito (mit richtigem Namen Ben Krier) ist in Esch schon ziemlich bekannt. Vater Jerry ist vielen Eschern durch die legendäre Band djuju ein Begriff, wo er die Bassgitarre spielt. Für Benjito y su familia spielt er eigene Kompositionen und Cover Versions von bekannten Songs aus der Roma-Kultur auf der Sologitarre. Daneben singt Marianne Krier zusammen mit ihrem Sohn Ben. Ein Freund begleitete die Band auf der Cajon.

Die sprühende Musik und die leuchtenden Farben der schicken Senora Krier vor dem trüben Himmel waren genug Anreiz, um meinen Skizzenblock und den Aquarellkasten rauszuholen.

Benjito

Wieder mal versuchte ich, schneller als mein Schatten zu sein und die Musiker in Aktion aufs Papier zu bringen. Das war nicht einfach, weil die Musik so mitreissend war und ich eigentlich lieber dazu herumgehüpft wäre 😉

Nach wenigen Liedern war meine Zeit leider abgelaufen – und die vier Musiker kamen zu mir, um sich die Skizze anzusehen.

Ich glaube, die Bandmitglieder waren zufrieden, denn Senora Krier schenkte mir eine CD! Vielen Dank, muchas Gracias, Benjito y su familia!

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Roma, ti amo!

Ja, ich war wirklich gerade in Rom! Um Pfingsten sind in Luxemburg immer Schulferien  und da hatte ich das große Glück, mit meinen drei großen Kindern einige Tage in Rom verbringen zu dürfen.

Meine gute Idee war: ich führe meine Kids zu einigen klassischen Sehenswürdigkeiten, die laufen dann ein paar Stunden alleine herum, und ich kann in der Zeit in Ruhe zeichnen. Meine Umhängetasche war mit allem gefüllt, was man so braucht: Skizzenblocks, schwarzer Fineliner, Wasser in Plastikflaschen, Reisepinsel und Aquarellfarben. Und ich freute mich auf intensive Mal- und Zeichenerlebnisse.

Nun gut. Wie gesagt, das war die Idee. In der Realität sah es dann so aus: Ich zeichnete, neben mir standen brav meine Kinder. Hinter mir standen Touristen, und vor mir auch.

Fontana di TreviSo wie hier, bei der frisch restaurierten, herrlichen, spätbarocken Fontana di Trevi. Es waren so viele Leute dort, dass ich beim Zeichnen die Ellenbogen anlegen musste. Neben mir standen leergegessene Eisbecher, in meinem Rücken spürte ich ab und zu mal einen Schuh, und oberhalb von mir wurden Selfie-Sticks hin und her geschwenkt.

Daher schaffte ich es nur, Oceanus und einen Seehengst zu skizzieren, bevor ich von der Menge weggespült wurde.

Kurz zusammengefasst: Zeichnen in Tourismushochburgen hat mit Entspannung so viel zu tun wie ein Waldspaziergang mit dem New York Marathon.

Aber fantastisch war es doch… Roma, ti amo!

 

 

 

 

 

Endlich! Heute ist wieder Frisörmontag

Ich liebe es, nach einem stressigen Wochenende plus feiertäglicher Kochattacke am Montag zum Frisör zu gehen! Viele Läden habe an diesem Tag ja geschlossen, doch bei „Les filles“ in Esch/Alzette kann ich auch an diesem Tag die Beine hochlegen, während an mir mir wahre Wunder vollbracht werden.

Ich kenne die Geschäftsführerin Amelie Bravo schon seit Jahren und fand es super, dass sie es dieses Jahr geschafft hat, ihren eigenen Salon zu eröffnen und damit ihren Traum wahr zu machen.

Während die Chemie auf meinem Kopf ihre Wirkung tat, wartete hinter mir ein junger Vater mit Baby, das in seinem Buggy selig schlummerte, gänzlich unbeeindruckt von brummenden Föns und dem Radio, das die französische Hitparade spielte.

Der schicke Papa blätterte so konzentriert in der neuesten Gala, dass ich ihn im Spiegel beobachten und ganz schnell zeichnen konnte.

Nachher kam er sein Porträt begutachten und meinte, ich dürfe es in meinem Blog veröffentlichen: Voilà, c’est chose faite! Merci!

LES FILLES 3
Jeune papa avec son bébé chez „Les Filles“ à Esch-sur-Alzette

„Les Filles“, Salon de coiffure mixte, ist in der rue Dicks 8 gleich neben der Synagoge und von Montag bis Freitag von 9h bis 18h und am Samstag von 8h bis 17h geöffnet.

Das pralle Leben: Quartier 3

Gestern wurde eine wunderschöne, abbruchreife Villa in Esch – Quartier 3 – wieder mit Leben gefüllt: Hunderte Menschen kamen, um eine Gruppenausstellung von 33 Künstlern zu besuchen. Später musste die Feuerwehr die Holztreppe sichern, weil… naja… altes Haus und so…

Der Abend war wieder mal ein Beweis für meine Behauptung: Esch ist wie New York, nur cooler.

Ich durfte auch mitmachen und war ziemlich überrascht und natürlich total froh, dass meine schwarz-weiss Illustrationen „Das ABC der Ängste“ soviel Anklang fanden.

Danke allen Besuchern und Freunden, die gekommen sind!

Aber seht euch einfach die Fotos der Vernissage auf woxx.lu an!

Quartier3

Seit einigen Wochen arbeiten in Esch 33 Künstler (juhuu, ich auch) an einem Gemeinschaftsprojekt in einem alten Herrenhaus in Esch.

Die Adresse, Quartier 3, ist auch der Name des Projekts, das der Escher Künstler Théid Johanns initiiert hat.

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Jeder der Künstler zeigt seine Werke – Installationen, Fotos, Bilder oder Graffiti – in einem eigenen Raum oder im Garten.

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Dabei entsteht in dem alten, für den Abbruch freigegebenen Haus eine Atmosphäre, die ich schwer beschreiben kann. Emile Hengen hat das ausserdem bereits ganz wunderbar hier vollbracht.

Einige Fotos der Künstler bei der Arbeit könnt ihr euch hier ansehen.

Und zur Vernissage am Freitag, den 15. Mai 2015 ab 18 Uhr seid Ihr alle herzlich eingeladen!

Wenn kleine Kinder tanzen

Eine kleine Tochter oder einen kleinen Sohn zu haben, ist an sich schon wunderbar. Noch schöner ist es, wenn man sie zum Tanzkurs bringen und dann ein bisschen zugucken darf, was die da so machen.

So geschehen Anfang des Monats in der Rockhal in Belval gleich neben Esch. Dort gibt es im 1. Stock ein sehr cooles Tanzstudio, in dem der Verein Tournesols nicht nur Kinder, sondern auch Mütter und Väter glücklich macht.

Immer Mittwochs abends und Donnerstags ab 14.30 können grosse und kleine Menschen sich tanzend durch den Raum bewegen. Die beiden Musik- bzw. Tanzpädagoginnen Carole Moris und Barbara Feldhoff arbeiten dabei so unaufdringlich wie eindringlich daran, Ausdruck und Wahrnehmung der Tänzer zu stärken.

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Bewegungsskizzen mit Bleistift

Danke dem Verein Tournesols für dieses wundervolle Projekt!

P.S. Die sehr feinen Bleistiftskizzen musste ich diesmal in Photoshop bearbeiten, daher der ungewohnte Look.

Bäckereien in Esch: Neige sucrée

Heute früh am Morgen führte mich der Duft nach frischem Gebäck in eine besondere Bäckerei in meinem Viertel.

„Neige sucrée“ liegt in der rue Clair-Chêne, im Parterre eines alten Wohnhauses der Vorkriegszeit. Noch vor kurzem von der netten Senhora Fatima als Epicerie betrieben, wurde sie von Catarina und ihrem Vater übernommen und in die freundliche kleine Boulangerie und Pâtisserie „Neige sucrée“ verwandelt.

Wie in vielen kleinen Läden in Esch ist die Struktur des Innenraums erhalten geblieben und nur behutsam renoviert worden. Die alte Glastür im Holzrahmen macht „Ding!“, wenn man die paar Steinstufen heraufsteigt und eintritt. Durch die hohe gekrümmte Fensterscheibe lässt sich wunderbar das Geschehen in der rue Clair-Chêne verfolgen, vor allem, seitdem die Cafétischchen im vorderen Teil des Ladens stehen.

Und dieser Duft nach frisch gebackenen Croissants und Puddingschnecken und Berlinern und portugiesischen „Natas“!

Aber es gibt auch Sandwiches für die hungrigen Männer, die morgens nichts Süsses mögen.

Pâtisserie traditionnelle

Das Schönste ist aber, dass Catarina fast immer Zeit auf ein Schwätzchen mit ihren Kunden hat, während sie wie auf Rollschuhen hinter der Theke und der kleinen Bar herumflitzt.

Danke Catarina, für diese Bäckerei, die das Viertel belebt und die Menschen schon am frühen Morgen ein bisschen glücklicher macht!