Der beste Stadtpark

Living in Esch

Heute möchte ich Euch von einem der wichtigsten Orte hier in Esch/Alzette erzählen: dem Parc Laval. Es ist nicht der größte Park der Stadt, auch nicht der mit den meisten Spielgeräten, es ist nicht der ruhigste Park und auch nicht der grünste – in diesen Kategorien wird er bei weitem vom Escher „Gaalgebierg“ geschlagen – aber bei vielen Kindern und Eltern ist er sicher der beliebteste.

Zum einen ist der Parc Laval sehr zentral gelegen und schnell zu Fuß erreichbar – auch mit Kleinkindern, die alle fünf Meter stehen bleiben, um ein faszinierendes Etwas im Straßengraben  zu betrachten, oder die auf dem Heimweg so müde sind, dass man sie nur mit vielen psychologischen Tricks zum Weitergehen bringt.

Andererseits hat der Park neben seinem sauberen Sandplatz und gepflegten Spielgeräten noch ein besonders wichtiges „Zuckerl“ zu bieten: das Restaurant-Café „Club 5“ direkt am Spielplatz, mit einer gemütlichen Terrasse und absolut kinder- und elternfreundlichen Kellnern.

Wenn ein Kind im Park Pipi muss, ist das hier gar kein Problem: selbst mit zwei Kilo Sand an den Füßen dürfen die Kleinen durch das gerade frisch gewischte Restaurant aufs Klo gehen, wobei Entschuldigungen von Seiten der Eltern im Stil von „Pardon, pardon, schon wieder so viel Sand an den Füßen…“ mit einem Lächeln und einer eleganten Handbewegung weggewischt werden.

Die Kombination von Kinderaufsicht und Genuss lässt sich für Eltern am besten folgendermaßen darstellen: An warmen Sommernachmittagen (zuletzt 2015) saßen manche Mütter mit Campari Orange aus dem Café am Sandkasten (die Terrasse war für manches Kleinkind doch zu weit entfernt) und lackierten sich die Zehennägel (ja, ich kenne die Betreffenden persönlich :-).

Wichtig sind noch zwei Gebäude: Die alte verwunschene Villa (das Wohnhaus des Herrn Laval) am Eingang des Parks, die eine Kita beherbergt, und direkt am Café-Restaurant das Städtische Schwimmbad. Die Badegäste im Freibecken dürfen so direkt in die alten Kastanien blicken, die ringsherum im Park stehen.

Ihr habt es erraten: es ist fast mein Lieblingsplatz in Esch, und ich bräuchte einen ganzen Skizzenblock, um Euch all seine Geheimnisse zu zeigen. Daher nur ein kleines Bild aus dem warmen Frühjahr, als die Kastanienbäume in voller Blüte standen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende – vielleicht in einem Stadtpark in Eurer Nähe!

Lavals PArk

Ein Sonntag in Lateinamerika

Visit Luxembourg

Was macht man am Sonntagnachmittag mit Kindern, wenn es regnet?

Genau, man geht ins Museum!

Dazu fuhren wir nach Luxemburg-Stadt, ins Stadtviertel „Grund“, das an sich schon einen Tagesausflug wert ist.

Dort, in einem als UNESCO-Weltkulturerbe klassifizierten Gebäudekomplex aus dem Mittelalter, ist das Naturhistorische Museum „Naturmusée“ untergebracht. Die aktuelle Ausstellung „Orchideen, Kakao & Kolibris“ erzählt von den Expeditionen einiger Luxemburger Naturforscher in Lateinamerika.

Sagte ich Ausstellung? Es war eine Zeitreise!

Wir fuhren mit dem Segelschiff unter knarrender Takelage und Möwengekreisch, hörten die Stimmen von Brüllaffen und Papageien, durften Reisekisten und Schubladen mit kostbaren Exponaten öffnen, in Reisejournalen blättern und in Karteikarten stöbern, wir befühlten Kakaobohnen, kosteten Kakaobutter und probierten frisch aufgebrühten Kaffee der zwei typischen Sorten „Robusta“ und „Arabica“, ja, wir bestaunten sogar Nester von lebenden Blattschneiderameisen hinter Glas. Insgesamt waren die zahlreichen Exponate und Objekte durchgehend sehr ansprechend und detailliert beschriftet, aber auch kindgerecht präsentiert.

Im Erdgeschoss lief parallel dazu die Feder-Werkstatt, das „Atelier Plumes“  (auf Französisch klingt’s halt doch eleganter). Meine Mädels bastelten unter der freundlichen Anleitung von Museumspädagogen ein Indiaca mit echtem Lederbeutel und Vogelfedern, während andere Kinder und Jugendliche mit Gänsefeder und Tusche Kalligraphie übten.

 

 

Naturmusée

 

Diese bis ins Detail liebevoll gestaltete und durchdachte Ausstellung (in der Cafeteria gab’s Kakao aus Villeroy & Boch Sammlertassen mit passendem Amazonas-Motiv!) hat uns wirklich überrascht und begeistert.

Danke, Du liebes „Naturmusée„, für den Zauber, den Du immer wieder verbreitest!

Meine liebste Schule in Esch

Living in Esch

Hallo ihr Lieben! Habt Ihr schon gedacht, es wird nichts mehr mit Neuigkeiten aus der „Minettemetropole“ Esch-Alzette?

Keineswegs! Das erste Bild, das ich euch in diesem Neuen Jahr zeigen möchte, habe ich gerade frisch eingescannt. Ihr seht darauf meine Tochter Marie in ihrer Klasse im Kindergarten der Jean-Jaurès-Ganztagsschule in unserem Viertel.

Heute war nämlich wieder mal Besuchszeit für die Eltern, und so konnte ich neben Maries Pausenbrot auch meine Farben mit in die Schule bringen. Und dann nutzte ich die Gelegenheit, und zeichnete, auf einen Kinderstuhl gekrümmt, Marie, wie sie hingebungsvoll im Stehen malte.

 

Marie im Kiga

Es war ein besonderer Augenblick, denn überall sassen Mütter und ein Vater bei ihren Kindern und machten Puzzles, ordneten Bilder zu, spielten Domino. Um zehn Uhr gab es sogar noch Kaffee und Kuchen, bevor die Kinder zur Pause in den Schulhof liefen.

Doch nicht nur dieser eine Vormittag war schön, die Schule insgesamt ist etwas ganz Besonderes. Vor 10 Jahren war sie noch ein wagemutiges Projekt, das von der damaligen Unterrichtsministerin Mady Delvaux vehement unterstützt wurde. Einige sehr engagierte Lehrer hatten damals die Idee, einen Ort zu schaffen, der Schule und nachschulische Betreuung in einem Haus bieten sollte – etwas, was in Luxemburg eher die Ausnahme ist.

Die Vorzüge dieser Schule sind vielfältig. Hier sei nur so viel gesagt: Eltern und Kinder lieben sie, weil miteinander Leben und Lernen hier tagtäglich auf wunderbare Weise gelingt.

Danke aus ganzem Herzen all den Erziehern und Lehrern, dem Koch und dem Hausmeister und allen anderen, die diesen Ort so liebenswert machen!

Halloween? Nein, danke! In Esch feiern wir lieber Trauliicht…

Living in Esch

In den Tagen vor Allerheiligen stolpert man allerorten über orangerote Kürbisse und Gespensteraccessoires. Ich weiss ja aus eigener Erfahrung: Kinder lieben es, sich zu verkleiden, und leuchtende Herbst-Dekoration hellt die Stimmung auf. Aber muss es ein importierter Brauch sein? Muss ich wirklich giftig-hässliche Gummimasken und Synthetikkostüme kaufen, um meine Kinder glücklich zu machen?

In Esch durften einige Kinder mit ihren Familien vergangene Woche eine wunderbare Alternative entdecken. Im urban gardening Garten der Initiative Transition Minett und der Stadt Esch, bei uns einfach „Quartiersgaart“ genannt, organisierten Norry und Nathalie Schneider eine Trauliicht-Feier nach alter Luxemburger Tradition.

In alter Zeit wurden nämlich in den Dörfern der Ardennen um Allerheiligen Rüben ausgehöhlt, mit Kerzen zum Leuchten gebracht und an die Stalltüren gestellt, um Geister und bösartige Wesen fernzuhalten. Ein Umzug der Dorfjugend, um die Mädels zu erschrecken, gehörte ebenfalls zum Brauch des „Trauliicht-Brennens“.

So warteten auch auf uns in unserem Gemeinschaftsgarten leuchtend rote, lustig geformte Futterrüben zum Aushöhlen. Mit selbstgebastelten Kostümen und fantasievollen Masken verkleidet, liefen die Kinder bis zum Dunkelwerden im Garten herum, während auf dem Lagerfeuer zwei Kessel mit Kürbissuppe köchelten.

Am Quartiersgaart 2

Kürbissuppe am Lagerfeuer

Und als es dann dunkel war, sassen wir alle zusammen um das Feuer herum und lauschten dem Geschichtenerzähler, der eigens für diesen Anlass mit seiner kleinen Tochter zu uns gekommen war.

Mit seiner Trommel, seiner Flöte (nach prähistorischem Vorbild aus einem Schwanenflügelknochen geschnitzt) und seinem Bärlapp-Pulver für Funkeneffekte zauberte er uns in eine geheimnisvolle, archaische Zeit zurück.

Der Geschichtenerzähler

Der Geschichtenerzähler und seine Tochter

Wärme und Geborgenheit, Feuer und Essen, gemeinsames Singen und Lachen – ich denke, wir alle fühlten an diesem Nachmittag und Abend, wie sehr wir die Gemeinschaft mit anderen Menschen brauchen.

Zusammensein und Feiern ohne Konsumzwang, Stress und Reizüberflutung – wir dürfen uns glücklich schätzen, in Esch einen Ort zu haben, der uns dieses Erleben von Gemeinschaft ermöglicht.

Der Garten liegt am Bredewee (in der rue Large) vis-à-vis vom Parc Laval und ist jederzeit für alle zugänglich.

Kommt einfach vorbei, wenn ihr in Esch seid! 

Bis bald… 😉

Menschenskinder…

Portrait

Die Ferien sind vorbei… Schade… aber ich freue mich trotzdem sehr auf den Herbst!

Gut war ja, dass ich Zeit hatte, über meine Pläne und Prioritäten für die kommenden Monate nachzudenken.

Nun, viel wird sich nicht ändern… aber eines ist mir ganz deutlich bewusst geworden, als ich meine alten Skizzenbücher durchblätterte:

Menschen zeichnen ist mir doch das Allerliebste!

Und daher möchte ich Euch in der nächsten Zeit meine Schnellporträts der letzten Jahre zeigen, die ich mit Tusche, Bleistift, Feder, Ipad oder Pastellkreide „life“ gezeichnet bzw. gemalt habe.

Einiges habt Ihr hier schon gesehen, andere Zeichnungen kennt Ihr vielleicht noch nicht 😉

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich Euch auch einen guten Start in den Herbst, und viel Schwung und Motivation für Eure – vielleicht neuen- Pläne!

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Mädchenkopf. Ipad. Olga Reiff, 2015.

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Lesende. Pastellkreide. Olga Reiff, 2015.

Bewegungsskizzen mit Bleistift

Trommlerin. Bleistift nachbearbeitet. Olga Reiff, 2015.

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Saunawart. Tuschestift. Olga Reiff, 2015.

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Göttergatte. Tuschstift und Pinsel. Olga Reiff, 2015.

An alle Frauen in meinem Leben

Family

Die Zeichnung von heute ist fast drei Jahre alt und zeigt meine beiden Töchter, die einmal ganz tolle Frauen werden – oder es eigentlich schon sind.

Ich habe diese Zeichnung gepostet, weil heute Weltfrauentag ist, und weil heute nacht die Tochter eines Freundes geboren wurde. Ich bin daher etwas melancholisch gestimmt, wie immer, wenn ein besonderer Tag ist, und auch gerührt, weil meine Mutter mir gerade gratuliert hat… Diese Glückwünsche möchte ich weitergeben an alle Frauen, die ich kenne: Ich wünsche Euch, dass es Euch heute besonders bewusst bist, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Und dass es ein unglaubliches Glück ist!

Macht Euch einen schönen Tag, auch wenn Euch keiner Blumen schenkt.

Fühlt Euch umarmt…

Eure OlgaIMG_1170