Roma, ti amo!

Ja, ich war wirklich gerade in Rom! Um Pfingsten sind in Luxemburg immer Schulferien  und da hatte ich das große Glück, mit meinen drei großen Kindern einige Tage in Rom verbringen zu dürfen.

Meine gute Idee war: ich führe meine Kids zu einigen klassischen Sehenswürdigkeiten, die laufen dann ein paar Stunden alleine herum, und ich kann in der Zeit in Ruhe zeichnen. Meine Umhängetasche war mit allem gefüllt, was man so braucht: Skizzenblocks, schwarzer Fineliner, Wasser in Plastikflaschen, Reisepinsel und Aquarellfarben. Und ich freute mich auf intensive Mal- und Zeichenerlebnisse.

Nun gut. Wie gesagt, das war die Idee. In der Realität sah es dann so aus: Ich zeichnete, neben mir standen brav meine Kinder. Hinter mir standen Touristen, und vor mir auch.

Fontana di TreviSo wie hier, bei der frisch restaurierten, herrlichen, spätbarocken Fontana di Trevi. Es waren so viele Leute dort, dass ich beim Zeichnen die Ellenbogen anlegen musste. Neben mir standen leergegessene Eisbecher, in meinem Rücken spürte ich ab und zu mal einen Schuh, und oberhalb von mir wurden Selfie-Sticks hin und her geschwenkt.

Daher schaffte ich es nur, Oceanus und einen Seehengst zu skizzieren, bevor ich von der Menge weggespült wurde.

Kurz zusammengefasst: Zeichnen in Tourismushochburgen hat mit Entspannung so viel zu tun wie ein Waldspaziergang mit dem New York Marathon.

Aber fantastisch war es doch… Roma, ti amo!

 

 

 

 

 

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Ein Sonntag in Lateinamerika

Was macht man am Sonntagnachmittag mit Kindern, wenn es regnet?

Genau, man geht ins Museum!

Dazu fuhren wir nach Luxemburg-Stadt, ins Stadtviertel „Grund“, das an sich schon einen Tagesausflug wert ist.

Dort, in einem als UNESCO-Weltkulturerbe klassifizierten Gebäudekomplex aus dem Mittelalter, ist das Naturhistorische Museum „Naturmusée“ untergebracht. Die aktuelle Ausstellung „Orchideen, Kakao & Kolibris“ erzählt von den Expeditionen einiger Luxemburger Naturforscher in Lateinamerika.

Sagte ich Ausstellung? Es war eine Zeitreise!

Wir fuhren mit dem Segelschiff unter knarrender Takelage und Möwengekreisch, hörten die Stimmen von Brüllaffen und Papageien, durften Reisekisten und Schubladen mit kostbaren Exponaten öffnen, in Reisejournalen blättern und in Karteikarten stöbern, wir befühlten Kakaobohnen, kosteten Kakaobutter und probierten frisch aufgebrühten Kaffee der zwei typischen Sorten „Robusta“ und „Arabica“, ja, wir bestaunten sogar Nester von lebenden Blattschneiderameisen hinter Glas. Insgesamt waren die zahlreichen Exponate und Objekte durchgehend sehr ansprechend und detailliert beschriftet, aber auch kindgerecht präsentiert.

Im Erdgeschoss lief parallel dazu die Feder-Werkstatt, das „Atelier Plumes“  (auf Französisch klingt’s halt doch eleganter). Meine Mädels bastelten unter der freundlichen Anleitung von Museumspädagogen ein Indiaca mit echtem Lederbeutel und Vogelfedern, während andere Kinder und Jugendliche mit Gänsefeder und Tusche Kalligraphie übten.

 

 

Naturmusée

 

Diese bis ins Detail liebevoll gestaltete und durchdachte Ausstellung (in der Cafeteria gab’s Kakao aus Villeroy & Boch Sammlertassen mit passendem Amazonas-Motiv!) hat uns wirklich überrascht und begeistert.

Danke, Du liebes „Naturmusée„, für den Zauber, den Du immer wieder verbreitest!