Der schönste Urlaub am Bauernhof

Urlaub in Tirol

Heute früh wurde ich um 4.45 schlagartig hellwach, obwohl kein Wecker geklingelt hat.

Sicher ist das eine Folgeerscheinung der vergangenen Campingwoche in Tirol, als ich mit meinen beiden Töchtern eine fantastische Woche im EVO-Camp  am wunderbaren Demeter Bauernhof Seltsamhof erlebte.

Wir durften nämlich mit rund 20 Kindern und drei supernetten EVO-Erziehern  auf dem Gelände des Bauernhofes zelten, und das brachte einiges an erstaunlichen Hör-Eindrücken: wie z.B. nächtliches Kuhglockengebimmel (Kühe fressen die ganze Nacht!) und mehrstimmige Kikeriki-Konzerte  ab 4 Uhr morgens.

Besonders aber mochte ich die patrouillierenden Gänse, die direkt neben unserem Zelt ihre Teambesprechungen abhielten.

Evo-Camp

Nahrung für Leib und Seele waren die dreimal täglich zubereiteten Köstlichkeiten meiner Schwester Katharina, gezaubert mit den frischen Produkten aus dem demeter Hofladen.

Eigentlich war ich aber nicht zum Urlauben dort: denn die Kinder, die in dieser ersten Woche das EVO-Camp besuchten, durften neben Spaß und Bewegung in der Natur sowie viel direktem Kontakt mit den Bauernhof-Tieren auch das eine oder andere kreative Programm absolvieren – darunter meinen Mini-Workshop „Nach der Natur zeichnen“.

Klar, dass ich selber auch jeden Tag mit dem Zeichenblock ausrückte – ja, sogar auf dem Bauch im Heu robbte, um die Stallhenne Hermine am Schoß meines Neffen Erik besser zeichnen zu können.

Hermine

Leider hat einer der heftigen Regengüsse der vergangenen Woche auch meine Tasche mit den Skizzenblocks durchnässt, und so bleiben nur diese Fotos der Zeichnungen als Erinnerung – aber die möchte ich gerne mit euch teilen.

Euch allen noch erholsame Ferien – oder schöne Sommertage – und bis bald!

Oli im Stall

Der beste Stadtpark

Living in Esch

Heute möchte ich Euch von einem der wichtigsten Orte hier in Esch/Alzette erzählen: dem Parc Laval. Es ist nicht der größte Park der Stadt, auch nicht der mit den meisten Spielgeräten, es ist nicht der ruhigste Park und auch nicht der grünste – in diesen Kategorien wird er bei weitem vom Escher „Gaalgebierg“ geschlagen – aber bei vielen Kindern und Eltern ist er sicher der beliebteste.

Zum einen ist der Parc Laval sehr zentral gelegen und schnell zu Fuß erreichbar – auch mit Kleinkindern, die alle fünf Meter stehen bleiben, um ein faszinierendes Etwas im Straßengraben  zu betrachten, oder die auf dem Heimweg so müde sind, dass man sie nur mit vielen psychologischen Tricks zum Weitergehen bringt.

Andererseits hat der Park neben seinem sauberen Sandplatz und gepflegten Spielgeräten noch ein besonders wichtiges „Zuckerl“ zu bieten: das Restaurant-Café „Club 5“ direkt am Spielplatz, mit einer gemütlichen Terrasse und absolut kinder- und elternfreundlichen Kellnern.

Wenn ein Kind im Park Pipi muss, ist das hier gar kein Problem: selbst mit zwei Kilo Sand an den Füßen dürfen die Kleinen durch das gerade frisch gewischte Restaurant aufs Klo gehen, wobei Entschuldigungen von Seiten der Eltern im Stil von „Pardon, pardon, schon wieder so viel Sand an den Füßen…“ mit einem Lächeln und einer eleganten Handbewegung weggewischt werden.

Die Kombination von Kinderaufsicht und Genuss lässt sich für Eltern am besten folgendermaßen darstellen: An warmen Sommernachmittagen (zuletzt 2015) saßen manche Mütter mit Campari Orange aus dem Café am Sandkasten (die Terrasse war für manches Kleinkind doch zu weit entfernt) und lackierten sich die Zehennägel (ja, ich kenne die Betreffenden persönlich :-).

Wichtig sind noch zwei Gebäude: Die alte verwunschene Villa (das Wohnhaus des Herrn Laval) am Eingang des Parks, die eine Kita beherbergt, und direkt am Café-Restaurant das Städtische Schwimmbad. Die Badegäste im Freibecken dürfen so direkt in die alten Kastanien blicken, die ringsherum im Park stehen.

Ihr habt es erraten: es ist fast mein Lieblingsplatz in Esch, und ich bräuchte einen ganzen Skizzenblock, um Euch all seine Geheimnisse zu zeigen. Daher nur ein kleines Bild aus dem warmen Frühjahr, als die Kastanienbäume in voller Blüte standen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende – vielleicht in einem Stadtpark in Eurer Nähe!

Lavals PArk

Roma, ti amo!

Rom

Ja, ich war wirklich gerade in Rom! Um Pfingsten sind in Luxemburg immer Schulferien  und da hatte ich das große Glück, mit meinen drei großen Kindern einige Tage in Rom verbringen zu dürfen.

Meine gute Idee war: ich führe meine Kids zu einigen klassischen Sehenswürdigkeiten, die laufen dann ein paar Stunden alleine herum, und ich kann in der Zeit in Ruhe zeichnen. Meine Umhängetasche war mit allem gefüllt, was man so braucht: Skizzenblocks, schwarzer Fineliner, Wasser in Plastikflaschen, Reisepinsel und Aquarellfarben. Und ich freute mich auf intensive Mal- und Zeichenerlebnisse.

Nun gut. Wie gesagt, das war die Idee. In der Realität sah es dann so aus: Ich zeichnete, neben mir standen brav meine Kinder. Hinter mir standen Touristen, und vor mir auch.

Fontana di TreviSo wie hier, bei der frisch restaurierten, herrlichen, spätbarocken Fontana di Trevi. Es waren so viele Leute dort, dass ich beim Zeichnen die Ellenbogen anlegen musste. Neben mir standen leergegessene Eisbecher, in meinem Rücken spürte ich ab und zu mal einen Schuh, und oberhalb von mir wurden Selfie-Sticks hin und her geschwenkt.

Daher schaffte ich es nur, Oceanus und einen Seehengst zu skizzieren, bevor ich von der Menge weggespült wurde.

Kurz zusammengefasst: Zeichnen in Tourismushochburgen hat mit Entspannung so viel zu tun wie ein Waldspaziergang mit dem New York Marathon.

Aber fantastisch war es doch… Roma, ti amo!

 

 

 

 

 

Mein liebster Baum

Living in Esch

Vor unserem Haus, an der Südseite, steht eine Magnolie, die uns das ganze Jahr über wunderbar begleitet.

IMG_6539

Magnolie im Frühjahr

Im Winter lässt sie die Sonne ins Wohnzimmer und im Sommer schützt sie uns vor zu viel Hitze.

Im Frühjahr trägt sie fantastische rosa Blüten, die unsere Nachbarn sehnsüchtig erwarten und freudig begrüssen.

Und im Herbst…

IMG_6535

Magnolie im Herbst

… tja, da fallen all die vielen Blätter und bedecken wochenlang den Gehsteig, die Treppen und die Auffahrt…

… falls ich sie nicht aufkehre.

(Wer mich kennt, weiss, dass ich die Blätter lieber liegen lasse!)

🙂

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele sonnige Herbsttage und wunderbare, glücklich machende Bäume!

Der Frühling ist in Esch!

Living in Esch

Ist es nicht unglaublich, dass wir uns jedes Jahr so darüber freuen, wenn wieder Frühling wird? Als ob wir es nach dem langen Winter nicht wirklich glauben könnten…

Also habe ich heute meine erste Gartenskizze der Saison gemacht:

IMG_1169

In Esch zeigt sich der Frühling übrigens ganz besonders charakteristisch – mit der Rückkehr der Kraniche!

Mit ihren heiseren Rufen überfliegen Hunderte von Kranichen die Stadt, und überall, wo die Menschen sie hören, gehen die Blicke nach oben und suchen den Himmel ab. Sogar hartgesottene Mannskerle stehen vor den Kneipen, Zigarette in der Hand, kucken gerührt in den Himmel und verkünden:

„Da! Da sind sie!“ „Dieses Jahr fliegen sie aber hoch!“ bzw. „Dieses Jahr sind sie aber früh dran!“

Auf Luxemburgisch heisst es dann: „D’Hoergäns sinn erëm!“

Willkommen, ihr lieben Kraniche.